Nationale Sozialisten Leisnig/Gruppe Schober

Diese Gruppe scheint, neben der lokalen NPD-Struktur, die aktivste Neonazigruppierung unserer Region zu sein. Die Nationalen Sozialisten Leisnig melden sich erstmals im September 2005 zu Wort.
Im Wesentlichen organisieren sie sich um die Person Jens Schober, einem bereits in den Neunziger Jahren im Raum Leisnig aktiven Neonazi. Schober verschwindet etwa Ende der Neunziger aus der Leisniger Öffentlichkeit. Einerseits, weil er wegen diverser Delikte (unter anderem gefährliche Körperverletzung bei einem Überfall auf das MigrantInnenwohnheim in Leisnig, einem mitverschuldeten Verkehrsunfall, etc.) einsaß, zum andern, weil er sein politisches Betätigungsfeld nach Leipzig und Umland verlegt. Er fungiert beispielsweise als Anmelder einer Neonazidemonstration unter dem Motto: „Gegen Kriegstreiberei und Fremdverwaltung unterdrückter Völker“ am 08. Mai 2005 in Delitzsch. Die Demonstration wird durch ihn im Namen einer „Bürgerinitiative gegen das Vergessen“ angemeldet. Der bekante Neonazi Christian Worch aus Hamburg tritt als Redner auf. Ein Jahr zuvor, am 10. September 2004 meldet er außerdem eine Kundgebung in Merseburg, unter dem Motto: „Gegen Sozialabbau – Wir sind das Volk!“ an. Kurzeitig soll er wohl auch damit beschäftigt gewesen sein, eine örtliche Struktur des Kampfbundes Deutscher Sozialisten (KDS) aufzubauen, hat sich dann aber wohl mit dessen Führungsfigur Axel Reitz überworfen. Im Herbst 2005 taucht Jens Schober dann plötzlich wieder in Leisnig auf.

Die NSL fallen seit dieser Zeit im Wesentlichen durch Plakatier-, Aufkleber- und Sprühaktionen auf. Ende August 2006 stehlen Mitglieder der Gruppe ein Transparent und mehrere Kfz-Kennzeichen von KonzertbesucherInnen eines Hardcorekonzertes in Leisnig. Anschließend fotografieren sich die Täter zusammen mit den gestohlenen Sachen. Das Foto wird auf der privaten Homepage von Jens Schober veröffentlicht.

Auch zahlreich nächtliche Randale, gewalttätige Übergriffe auf nichtrechte Jugendliche, sowie mehrere versuchte Überfälle auf ein alternatives Wohnprojekt in der Stadt Leisnig gehen auf diese Gruppe zurück.
Im September 2006 versuchen die Nazis eine Informationsveranstaltung zum Thema Rechtsextremismus zu stören.

Nachdem sich die Homepage der Gruppe nur sehr kurze Zeit in den Weiten des www tummelte, hat die NSL nun eine neue Internetpräsenz auf einem ausländischen Server gehostet.
Auch Schober betreibt nun nach der Abschaltung seiner eigenen Seite, sowie mehreren gescheiterten Versuchen, eine neue Präsenz zu schalten, erneut eine Homepage, die unter dem Namen „die Fackel“ für eine „Gruppe Schober“ wirbt. Auf dieser Seite wird auch ein Foto veröffentlicht, welches das Eingangsschild des Café Courages, einem soziokulturellen Zentrum in Döbeln zeigt, dass in der Nacht vom 27. zum 28.10.2006 gestohlen wird.

Am 25.11.2006 findet in Leisnig eine Spontandemonstration statt, die von Personen aus dem Umfeld dieser Gruppe initiert wurde.

Für Anfang 2007 wird von der Gruppe die Veröffentlichung und Verteilung einer Schülerzeitung namens „Corvus Corax“ geplant.
Laut den großmäuligen Ankündigungen von Jens Schober soll eine solche Verteileraktion bereits stattgefunden haben, allerdings wurde diese Information bisher nicht bestätigt. Vielmehr ist diese wohl nur ein Reflex auf eine öffentliche Flugblattverteilung in der Stadt Leisnig, welche von einer zivilgesellschaftlichen Gruppe initiiert wurde, die damit auf die neonationalsozialistische Bedrohung aufmerksam machen wollte.

Seit Februar 2007 gibt es auch wieder eine neue Internetpräsenz der Gruppe Schober. An Lächerlichkeit überbietet diese sogar alle ihre Vorgängerseiten. Die offenbarte Unkenntnis über antideutsche Theorie und Inhalte eines emanzipatorischen Kommunismus sind kaum zu übertreffen. Außerdem wird dort der Aufbau eines Nazitreffpunktes im Leisniger Ortsteil Fischendorf angekündigt. Informationen darüber, dass es diesbezüglich bereits Bestrebungen gibt, sind der Recherchegruppe bereits bekannt. Inwiefern sich diese Ankündigung aber bewahrheiten werden, darüber kann zunächst nur spekuliert werden, auch weil die Person Schober seit einem für ihn etwas unangenehmen Zusammentreffen mit AntifaschistInnen auf der Heimfahrt von einem durch ihn initiierten Neonaziaufmarsch etwas an Realitätsverlust zu leiden scheint.
Außerdem soll laut dieser Seite die NSL in die Gruppe Schober übergegangen sein, was ja personell keinen Unterschied darstellen würde, allerdings seinen zwanghaften Selbstdarstellungen gerecht wird.

In der Nacht zum 13. Mai verteilen AktivistInnen aus dem Umfeld der Gruppe Schober Flyer auf dem Blütenfest in Dürrweitzschen. Etwa 25 Personen, darunter eine Person in einem Eselkostüm sollen an dieser Aktion beteilligt gewesen sein.

Jens Schober ist außerdem der Anmelder eines Gedenkmarsches für Rudolf Hess am 18.8. in Annaberg-Buchholz. Dieser Aufmarsch findet allerdings nicht statt.

Wenn Mensch in den endlosen Weiten des Internets herumstöbert, dann kann er/sie erfahren, dass wohl unser kleiner paranoider Jens am Eklat von Christian Worchs gigantischen (37 DemonstrantInnen!!!) Aufmarsch am 21. Juli 2007 in Leipzig (mit)verantwortlich ist. Es war wohl Jens Schober, der sich das Thema der wohl kleinsten Nazidemonstration ever, sowie die Route durch die schönsten Abrissviertel der Stadt Leipzig ausdachte; sich aber letztendlich nicht mal an diesem recht überschaulichen Aufmarsch beteiligte. Die regionalen Antifagruppen wird es freuen, denn Jens Schober trägt einen nicht unbedeutenden Anteil an der Tatsache, dass Herr Worch uns künftig nicht mehr mit seinen Aufmärschen belästigen wird. Was aber aus den Statements seiner KameradInnen sehr deutlich herauszulesen ist: Die Tatsache, dass unser kleiner Jensi wohl auch in der regionalen Naziszene, besonders wegen seines Selbstdarstellungsdranges und zahlreicher anderer Peinlichkeiten nicht mehr so sehr beliebt ist (so er es überhaupt jemals war). In diesem Sinne dürfen auch wir uns hoffentlich baldigst darauf freuen, dass er seine politische Tätigkeit endlich einstellen wird.

Im August 2007 stellt sie NSL/Gruppe Schober ihre Aktivitäten offiziell ein, kündigen aber auf ihrer Homepage ein neues Projekt an.


Jens Schober

Seit 2008 betreibt Jens Schober die Internetpräsenz des „Leisniger Heimatschutzbundes“, sowie das Heimatschutzportal „Bündnis für Deutschland“. Außerdem kündigt er seine Kanditatur zur Kommunalwahl in Leisnig an.





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