Archiv für November 2006

Naziaufmarsch in Leisnig

Leisnig. Ein ganz normaler Samstagvormittag. Oma Else schwatzt mit Nachbarin Heidi, Onkel Klaus erledigt hektisch die letzten Wochenendeinkäufe und Opa Paul kocht vegane Linsensuppe zu Mittag. Ein paar Kinder spielen ganz entspannt auf der Straße, die richtig coolen Kids erholen sich von den fetzigen Konzerten, lustigen Partys oder spannenden Lesekreisen des vergangenen Abends. Doch die Stimmung trügt! Ein paar verwirrte Gestalten haben sich nach Leisnig verlaufen. Was war geschehen?

Jens Schober hatte am heutigen 25.November 2006 zu einer Nazi-Spontandemonstration nach Leisnig geladen.
Etwa gegen 11.00 Uhr setzt sich ein ziemlich kruder Mob, aus Richtung Fischendorfer Muldenufer kommend, in Bewegung. Die Autos werden vorher alle schön brav abgestellt, und zwar direkt in der Nähe von dem Wohnhaus auf der Döbelner Straße, das Jens Schober bewohnt. Anschließend ziehen die etwa 40 Personen mit Fahnen, Megaphongedröhne und völkischem Geschrei durch die Stadt. Im Halbkreis stellt sich die Gruppe auf dem Markt auf und gibt ihre menschenverachtende Ideolgie zum Besten. Im späteren Verlauf der Demonstration durfte dieser Haufen sogar mit freundlicher Unterstützung von Team Green weitermachen. Skandalös ist, dass die Demonstration trotz offensichtlich skandierter Parolen, die eigentlich verfassungsrechtlich verboten sind, nicht durch die anwesende Polizei aufgelöst wurde. Um was es konkret ging, dass hat aber wohl kein/e Leisniger BürgerIn richtig verstehen können, aber daran hat sich der unter Aufmerksamkeitsdefizit leidende Jens Schober bestimmt schon längst gewöhnt. Es sind wohl mal wieder nur die typischen nationalrevolutionären Phrasen propagiert worden.
Auffällig war jedoch, dass kaum regionale Nazis am Aufmarsch teilnehmen. Das Gros der Teilnehmer war nämlich nur zugereist.

Auch, wenn dieser Aufzug an Lächerlichkeit kaum zu überbieten ist, die Bedrohung durch die freien Kameradschaftsstrukturen im gesamten Landkreis nimmt zu. Egal ob die Division Döbeln, die Nationalen Sozialisten Leisnig oder die imaginäre Gruppe Schober, der Aktionsradius dieser Gruppen wächst stetig.

Leisnig bildet hier, wieder einmal mehr einen traurigen Höhepunkt. In der Innenstadt versammeln sich fast jeden Abend größere Nazigruppen und belästigen nichtrechte Jugendliche.
Doch auch in anderen Städten nimmt Art und Umfang der Aktionen zu. Propagandamaterial der Bewegung Neues Deutschland taucht neben anderen Flyern und Aufkleber im gesamten Kreisgebiet auf. Trotzdem einige Mitglieder der Gruppe seit kurzer Zeit verdienter Weise gesiebte Luft atmen dürfen, scheint auch die Division Döbeln wieder aktiver zu werden. Zum völkischen Trauertag werfen sie auf dem Friedhof einen Kranz ab, nachdem sie vorher als Gruppe geschlossen durch die Inenstadt von Döbeln marschieren. Auch die Rudelsdorfer Kameradschaft Ochsenkopf, deren Altersdurchschnitt mittlerweile bei etwa 806 Jahren liegen müsste, wirft zum Volkstrauertag mit Kränzen um sich.

Diese Situation ist für uns nicht mehr vertretbar! Nazis bekämpfen! Mit allen Mitteln! Auf allen Ebenen!




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