Division Döbeln

Seit 2005 tritt diese kameradschaftlich organisierte Neonazigruppe sehr offensiv im Raum Döbeln in Erscheinung. Die Division Döbeln pflegt zudem intensive Kontakte zur lokalen und überregionalen Neonaziszene.
Sie definiert sich als eine Kameradschaft von parteigebundenen und freien MitgliederInnen. Laut ihrem Selbstverständnis kämpft sie „ für den Erhalt unserer Kultur und unserer Traditionen, sowie für einen neuen, freien, deutschen Staat mit alten und neuen Werten.“. Dabei wird sich in erster Linie das Ziel gesetzt im regionalen Kernland zu intervenieren. Dennoch werden immer wieder MitgliederInnen und SympathisantInnen bei überregionalen Nazievents gesichtet. Ihre Aktivitäten bestehen laut eigener Angabe aus: Teilnahme an Demonstrationen, Durchführung von Liederabenden, Konzerten, sowie kulturellen Feiern und Rednerabenden, Propagandaaktionen, Denkmalpflege, Schulungen und Kameradschaftstreffen.

Das Auftauchen der Gruppe steht im engen Zusammenhang mit einer zunehmenden Organisierung von Nazis, in einem Objekt in der Kreisstadt Döbeln, im Jahre 2004.
Mehrere Nazis haben damals versucht eine alte Lagerhalle an der B 169 zu einem Treffpunkt auszubauen. Die Räumlichkeiten werden während des Landtagswahlkampfes 2004 auch von der NPD genutzt. Nur auf öffentlichen Druck von AntifaschistInnen gelingt es, die Nazis vor die Tür zu setzen. Unmittelbar nach diesem Rauswurf wird schnell ein weiteres Quartier, in unmittelbarer Nachbarschaft der besagten Lagerhalle, bezogen. Im Oktober 2005 wird dort bei einer Polizeirazzia verfassungsfeindliches Material beschlagnahmt und ein Ermittlungsverfahren gegen drei Personen eröffnet. Auch dieses Objekt müssen sie anschließend verlassen. Momentan ist der einzige Anlaufpunkt der lokalen Szene ein Proberaum, welcher von einer Band genutzt wird, deren Mitglieder aus dem Dunstkreis der Division Döbeln stammen. Seit Ende 2007 besteht zudem ein engerer Kontakt zur Naziszene der Region Roßwein, welche sich zum Teil unter dem Synonym „Kameradschaft Striegis“ formiert. Ein öffentlicher Jugendclub in der Gemeinde Niederstriegis, der in großem Maße von Nazis besucht wird, dient dabei als Treffpunkt. Weitere engere Kontakte bestehen zur Neonaziszene in der Ostrauer Region, sowie nach Leisnig und Umgebung.

In regelmäßigen Abständen finden in der Vergangenheit in Döbeln Nazikonzerte statt, deren Organisation und Durchführung größtenteils auf die besagte Gruppe zurückzuführen ist. Seit Januar 2007 häufen sich in Döbeln und Umgebung neonationalsozialistische Propagandaaktionen. Mitglieder und SympathisantInnen der Division Döbeln laufen am Abend mit Fackeln und Reichskriegsflagge durch die Stadt und verteilen dabei Flugblätter. Was diese äußerst ungewöhnliche und krude Verteilerform zu bedeuten hat, dass ist bis heute allerdings noch unklar.
Neben Flyern der neonationalsozialistischen Bewegung Neues Deutschland tauchen auch immer vermehrter selbst erstellte Flugschriften der Division Döbeln auf.
Im Februar 2007 hat es die Gruppe auch wieder geschafft, die alte Internetpräsenz zu reaktivieren. Außerdem veranstalteten Leute aus dem Dunstkreis dieser Gruppe im März ein Nazikonzert in der Nähe von Döbeln.
In der zweiten Jahreshälfte 2007 nimmt die Häufigkeit ihrer Flugblattaktionen nochmals zu. Außerdem marschieren am so genannten Volkstrauertag etwa dreißig Nazis aus dem Dunstkreis der Division Döbeln unangemeldet durch Döbeln. Zuvor ist das alljährliche öffentliche Gedenkspektakel von einigen Personen, die eindeutig dieser Gruppierung zugerechnet werden konnten, gestört worden.
Großspurig kündigt man auf der eigenen Homepage die gelungene Vernetzung der regionalen Kameradschaften an. Außerdem werden die Forcierung von Flugblattaktionen, Infoständen, sowie die Veröffentlichung einer eigenen Zeitung bekannt gegeben. Seit April 2008 dient die Internetpräsenz zudem als Portal für die neonazistische Heimatschutzseite „Initiative für Döbeln“.





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