Archiv für Januar 2007

unvollständige Chronik über Neonaziaktivitäten in der Region Mittweida

Die folgende (unvollständige) Chronik dokumentiert Delikte mit neonationalsozialistischem Hintergrund in der Region um Mittweida seit April 2005. Sie wird regelmäßig auf den neuesten Stand gebracht.

2005

16.04.2005 Geringswalde
An einer Bushaltestelle greifen 5-7 Nazis 5 nichtrechte Jugendliche an, zwei von ihnen werden verletzt.

18.04.2005 Frankenberg
Gegen 22 Uhr wird auf dem Kirchplatz ein 38-Jähriger durch fünf unbekannte Jugendliche zusammengeschlagen. Der Geschädigte erleidet schwere Verletzungen im Kopf- und Gesichtsbereich. Zur Behandlung musste er in ein Krankenhaus aufgenommen werden. Zudem sollen die Unbekannten zur Tatzeit laut „Heil Hitler“ skandiert haben.

26.04.2005 Clausnitz/OT Markersdorf
Wegen Verwendung verfassungswidriger Symbole ermittelt die Polizei zu einer Schmiererei am Wander- und Lehrpfad im Grossischen Wald. In der so genannten Bärenhöhle haben Unbekannte mit weißer Farbe ein Hakenkreuz an den Fels geschmiert.

21.08.2005 Mittweida
Hakenkreuzschmierereien an Kirche und Bürgerbüro der PDS. Die Polizei ermittelt wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Sachbeschädigung.

2006

1.1.2006 Mittweida
Hakenkreuze an die Mensa der Hochschule geschmiert.

Januar 2006
Es werden 5 Personen ermittelt, welche vermutlich in der Zeit von Juni 2004 bis Januar 2005 Straftaten mit nationalsozialistischem Hintergrund begangen haben.

15.02.2006 Mittweida
Drei Jugendliche werden von einer Gruppe Nazis mit einer Bierflasche beworfen, zwei von ihnen werden durch Schläge der AngreiferInnen verletzt.

17.02.2006 Rochlitz
An diesem Tag finden zwei Überfälle auf nichtrechte Jugendliche statt. Nachdem zwei Jugendliche im Stadtgebiet von mehreren Nazis attackiert worden sind, kommt es später zu einem massiven Übergriff auf den alternativen Jugendtreff „Alte Schmiede“, bei welchem drei Jugendliche verletzt wurden. Die Nazis waren mit Eisenstangen bewaffnet und stammen zum Teil aus Geithain.

26.02.2006
Am 26.02.2006 werden innerhalb von wenigen Stunden zwei Jugendclubs (Neundorf und Frankenau) im Landkreis Mittweida von vermummten SchlägerInnen überfallen. Dabei sind mehrere Personen angegriffen worden, das Inventar wird teilweise zerstört.

26.02.2006 Tiefenbach/ OT Naundorf
Zehn maskierte Personen überfallen den Jugendklub des Ortes mit Baseballschlägern. Dabei verletzen sie fünf Jugendliche.

26.02.2006 Mittweida/ OT Frankenau
Mehrere Nazis attackieren zwei nichtrechte Jugendliche in Nähe der Bushaltestelle und verletzen beide mit Baseballschlägern. Zudem bedrohen sie die Jugendlichen mit einer Waffe.

März 2006
Seit März 2006 formiert sich im Landkreis Mittweida die militante Kameradschaft „Sturm 34“ zu der etwa 40-60 gewaltbereite Neonazis gerechnet werden. Eine zentrale Figur der regionalen Neonaziszene ist der aus Bayern stammende Rudolf Schlotter. Der NPD-Sympathisant hat der Kameradschaft immer wieder seine private Immobile als Treffpunkt zur Verfügung gestellt.

Ostern 2006
In Königsfeld werden Nazischmierereien entdeckt.

12.05.2006 Roßwein
3 Nazis greifen einen Jugendlichen an. Erst wenige onate zuvor verhindert ein größeres Polizeiaufgebot einen gelanten Überfall auf das Jugendhaus der Stadt.

04.06.2006 Breitenborn
Ein Dorffest in Breitenborn wird von 20 – 25 Nazis überfallen, es gibt 2 Schwer- und etliche Leichtverletzte. Die SchlägerInnen waren zum Teil maskiert, sie schlagen auf mehrere Personen ein.

Juni 2006 Frankenberg
Neonationalsozialistische Propaganda taucht vor dem Gymnasium in Frankenberg auf.

16.06.06 Mittweida
In Mittweida werden nach dem Ende der Liveübertragung eines Fußball-WM-Spiels „verfassungsfeindliche Parolen“ gebrüllt. Daran beteiligen sich 16 Personen im Alter zwischen 16 und 34 Jahren. Sie werden daraufhin vorübergehend festgenommen.

26.07.06 Raum Mittweida/Stollberg
Mehrere Razzien gegen mutmaßliche MitgliederInnen der militanten Kameradschaft Sturm 34.
Etwa 30 Wohnungen werden durchsucht, 28 Personen werden vernommen. Die verantwortliche Staatsanwaltschaft eröffnet ein Verfahren wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung.

19.08.06 Mittweida
35 Neonazis wollen am Todestag von Rudolf Hess aufmarschieren. Die Polizei nimmt 28 von ihnen in Gewahrsam.

08.10.2006 Rochlitz
In der Nacht greifen 15 mutmaßliche Nazis fünf nichtrechte Jugendliche an, die aus vom alternativen Jugendtreff „Alte Schmiede“ ihren Nachhauseweg antreten. Sie schlagen auf die Gruppe ein und verletzen mehrere Personen.

27./28.10.2006 Mittweida
Nazis besprühen die J.-G.-Fichte- Mittelschule und den Sophie-Scholl-Gedenkstein mit Hakenkreuzen und Runen.

28.10.2006 Frankenberg
Zwei asiatische Imbissstände werden am frühen Morgen angezündet. Einer der Imbisse brennt vollständig ab (Schaden: 10.000 €), der andere wird im Außenbereich beschädigt.

01.11.2006 Burgstädt
Nazis beschmieren das Ehrenmal für die Opfer des Faschismus am Weddinhain in Burgstädt mit Hakenkreuzen.

14.11.2006 Hainichen
Der Inhaber eines bekannten Omnibusunternehmens beschimpft einen Mitarbeiter seines Unternehmens unter Zeugen mit folgenden Worten: „Schade, dass es Hitler nicht mehr gibt, da wären Sie schon lange nicht mehr da!“. Anschließend kündigte er dem Betroffenen.

18./19.11.2006
Überfall auf einen Jugendclub in Kriebethal. Versuch die „Alte Schmiede“ in Rochlitz zu überfallen.

21.11.2006 Ehrenberg
7 Nazis suchen im Jugendclub Ehrenberg nach linksorientierten Jugendlichen.

21.11.2006 Leisnig
Besucher des AJZ Leisnig werden von einer Nazigruppe (10-12 Personen) bedrängt. Neben regionalen Nazis sind auch zahlreiche Nazis aus dem Landkreis Mittweida vor Ort. Erst wenige Monate zuvor konnte ein geplanter Angriff auf das AJZ durch die Polizei im Vorfeld vereitelt werden. Zahlreiche MitgliederInnen der Kameradschaft „Sturm 34“ beteiligen sich an diesem versuchten Überfall.

25.11.2006 Kriebethal
Etwa 15 Neonazis überfallen erneut den Jugendclub in Kriebethal. Sie zerschmeißen Bierflaschen auf dem Boden, treten eine Bürotür ein und bepöbeln BesucherInnen des Jugendclubs.

25.11.2006 Claußnitz
Zusammenrottung von über 30 Nazis vor einem Jugendclub in Claußnitz.

27.11.2006 Claußnitz
Die Scheiben des Jugendklubs werden von Neonazis eingeschmissen.

08./09.12.2006 Rochlitz
Erneuter Versuch die „Alte Schmiede“ in Rochlitz zu überfallen.

15.12.2006 Mittweida
Pflastersteine werden gegen die Scheiben des Bürgerbüros Die Linke. PDS am Neumarkt in Mittweida geworfen.

27.12.2006 Mittweida
An der Leisniger Straße werden zwei Männer von Unbekannten angegriffen. Die Polizei stellt 3 Tatverdächtigte vor Ort, die der regionalen Naziszene zugeordnet werden.

Ende Dezember 2006 Mittweida/Böhrigen
Drohungen gegen ein Mitglied des Vereines sächsische Landjugend e.V. tauchen im Internet auf. Der Mitarbeiter des Vereins Redmann hatte kurz zuvor auf rechtsextremistische Umtriebe in Mittweida hingewiesen. Unbekannte beschmieren unterdessen zwei Garagentore in Böhrigen mit Hakenkreuzen.

2007

01.01.2007 Rochlitz
Ein Mann wird von mehreren Nazis mit Eisenstangen und sogenannten Totschlägern verletzt. Er erleidet mehrfache Hämatome und Prellungen am gesamten Körper, sowie eine Platzwunde am Kopf. udem war er kurzzeitig bewusstlos.

03./04.01.2007 Tiefenbach / OT Böhrigen
Unbekannte besprühen eine Laube in einer Gartenanlage mit Hakenkreuzen.

07.01.2007 Penig
Auf der Rasenfläche einer Mittelschule prangern mehrere Nazisymbole, welche durch die Reifen eines Mopeds verursacht wurden.

10.01.2007 Geringswalde
An der Eingangstür eines Jugendclubs werden rechte Parolen, Runen und ein Hakenkreuz gesprüht.

10./11.01.2007 Rochlitz
Mehrere Nazi-Schmierereien tauchen im gesamten Stadtgebiet auf.

12./13.01. 2007 Geringswalde
Am 12.01. werden mehrere Brandsätze auf ein von alternativen jugendlichen besuchtes Objekt geworfen.
Einen Tag später werden im selben Objekt Kellerfenster eingeworfen und ein Brand gelegt.

13./14.01.2007 Königsfeld bei Rochlitz
Die Polizei hat in einem Jugendclub in Königsfeld mehr als 40 CDs mit Nazimusik beschlagnahmt. Laut Polizei erhielten 15 Personen im Alter von 16 bis 24 Jahren Platzverweise.

20.01. 2007
Eine geplante Naziaktion in Rochlitz kann durch ein Großaufgebot von Polizeikräften verhindert werden.

27.01.2007 Mittweida
Etwa 30 stadtbekannte Neonazis stören die öffentliche Gedenkfeier zum Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz.

03.02.2007 Geringswalde
Bisher unbestätigten Gerüchten zu Folge soll am Abend ein Nazikonzert mit der Band Blitzkrieg aus dem Raum Stollberg/Chemnitz stattgefunden haben.

10.02. 2007 Rochlitz
In der Nacht zum Samstag, gegen 01.45 Uhr werden drei alternative Jugendliche (16,17 und 21 Jahre) von mehreren mutmaßlichen Nazis verbal attackiert und schließlich zusammengeschlagen. Die TäterInnen flüchten mit einem PKW.

11.02.2007 Rochlitz
Eine junge Frau wird von Nazis aus einem PKW heraus als „Zecke“ beschimpft und schließlich körperlich atackiert.

21.02.2007 Tiefenbach/ OT Böhrigen
Wieder tauchen massivst Drohungen aus der Naziszene gegen einen Sozialarbeiter auf, der sich öffentlich gegen Nazis positioniert.

24.02. 2007 Mittweida
Wiederholte Sachbeschädigungen und Nazischmierereien am Bürgerbüro der DIE Linke.PDS.

02.03. 2007 Mittweida
Im gesamten Stadtgebiet tauchen wiederholt zahlreiche Nazischmierereien auf.

06.03. 2007 Mittweida
Ein zivilgesellschaftliches Bündnis formiert sich, um gegen die unerträgliche Situation im Landkreis zu intervenieren. Die Gründungsveranstaltung muss von einem großen Polizeiaufgebot geschützt werden, etwa 40 Nazis versammeln sich in der Stadt.
Nach der Veranstaltungen werden dennoch einige Leute auf dem Nachhauseweg bedroht und atackiert.

07.03. 2007 Hainichen
Gerichtsverhandlung am Amtsgericht Hainichen, gegen eine Person aus dem Dunstkreis von Sturm 34, wegen der Sprengung eines Asiaimbisses am 12. Januar 2005. Der Angeklagte wurde wegen der Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt. Die Strafe wird zur Bewährung auf zwei Jahre und sechs Monate ausgesetzt. Das Verfahren von drei weiteren Angeklagten wurde eingestellt. Gegen eine weitere Person, die nicht zur Verhandlung erschienen ist, wird ein gesondertes Verfahren angestrebt.

11.03. 2007 Mittweida
Wieder Nazischmierereien, diesmal im Eingangsbereich des Studentenwohnheims „Am Schwanenteich“. Unbekannte schmierten in der Nacht zum Sonntag verfassungswidrige Symbole.

17.03. 2007 Mittweida
Laut Presse kam es in der Nacht zu einer gewaltätigen Auseinandersetzung zwischen Neonazis und mehreren nichtrechten Jugendlichen. Dabei sollen den Presseinformationen zufolge vier jugendliche Personen verletzt worden sein.

22.03. 2007 Mittweida
Mit einem Gullydeckel hat ein unbekannte Person die Tür und die Scheibe des PDS-Büros in Mittweida beschädigt.

24.03. 2007 Burgstädt OT Markersdorf
Nach Anbaben der regionalen Zeitung überfielen etwa 20 Neonazis eine Geburtstagsfeier mit etwa 60 Leuten. Die Nazis drangen bis in den Voraum der Turnhalle ein, in der die Party stattfand. Dabei entstand erheblicher Sachschaden. 4 Personen wurden festgenommen und am Sonntag den 25.03.07 wieder entllassen. Zum Glück wurden keine Personen verletzt.

24.03. Mittweida
Eine jugendliche Person wurde am Abend von mehreren Unbekannten zusammengeschlagen und dabei so schwer verletzt, dass er im Krankenhaus behandelt werden musste. Die Tat fand in der Nähe des Schwanenteichs statt, wo kurz vorher eine bewaffnete Gruppe Naziskins gesehen wurde.

02./03. April Mittweida
zum wiederholten Mal kam es im Stadtgebiet zu mehreren Körperverletzungen durch Personen aus der Neonaziszene.

08. April Mittweida
Wieder werden die Scheiben des BürgerInnenbüros der Linkspartei.PDS zerstört. Die nachfolgende Schilderung zeigt auf, wie die Ordnungskräfte vor Ort den permanenten Naziterror schlichtweg ignorieren:
„… Gegen 4.20 Uhr vernahm ein Nachbar einen lauten Krach, er ging auf die Straße und sah wie die Scheiben des PDS-Büros gesplittert waren. Daraufhin rief er die Polizei, diese antwortete ihm dass sie keine Zeit habe. Ca. eine Stunde Später wurden die Scheiben mit einem Pflasterstein und einer Warnbake richtig durchbrochen.“
Nicht das erste Mal verweigern lokale Polizeikräfte Hilfe. Ob selbst sie sich vom Naziterror im braunsten Landkreis Sachsens einschüchtern lassen, darüber kann nur spekuliert werden. So werden sie beispielsweise nach einem Überfall auf eine StudentInnengruppe Anfang April gebeten, in der Innenstadt nach den TäterInnen zu suchen. Auf ominöse Weise verschwindet genau in diesem Augenblick der Wagenschlüssel des Einsatzfahrzeuges.

09. April Mittweida
In der Nacht zum Ostermontag wurden in der Stadt drei Geschäfte beschädigt. Die Fensterscheiben der Imbissstände auf der Rochlitzer Straße und der Waldheimer Straße wurden mit einem Stein eingeworfen. Bei einem Geschäft am Markt gingen eine Fensterscheibe, die Scheibe der Eingangstür und die Glastheke zu Bruch. Der Gesamtschaden beträgt laut Presse 8100 Euro. Die Polizei vermutet dieselben TäterInnen.

15. April Rochlitz
In der Nacht zum 15. April versuchen mehrere mit Baseballschlägern und Zaunslatten bewaffnete Nazis sich Zutritt zu einem Wohnhaus zu verschaffen, in dem sich einige PunkerInnen aufhalten. Es wird göücklicherweise niemand verletzt. Die Polizei soll kurioserweise einen der BewohnerInnen des Hauses kurzeitig festgenommen haben, die AngreiferInnen hingegen können zunächst unbehelligt verschwinden.

Um ihren Unmut über die vorherrschende Situation kundzutun versammeln sich am Abend etwa 80 Jugendliche aus der Region, zu einer etwa 45-minütigen Spontandemonstration durch die Rochlitzer Innenstadt. Mit Transparenten, skandierten Parolen und kurzen Redebeiträgen weisen sie auf die unerträgliche Situation hin.

19. April Mittweida
Die Polizei hat in Mittweida nach einem Übergriff auf einen Migranten sechs Tatverdächtige festgenommen. Es handelt sich dabei um zwei Frauen und vier Männer im Alter von 18 bis 20 Jahren. Ihnen wird vorgeworfen, den aus Kamerun stammenden Mann, sowie seine Ehefrau auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums beleidigt und bedroht zu haben. Einer der Tatverdächtigen soll das Ehepaar darin gehindert haben, mit dem Auto wegzufahren. Dabei soll er den Hitlergruß gezeigt haben.

Am selben Tag soll im Bürgerbüro der Linkspartei.PDS eine Diskussionsrunde zum Thema „Courage zeigen – Aufstand der Anständigen“ stattfinden. Eingeladen waren Kerstin Köditz, die Sprecherin für antifaschistische Politik der Linksfraktion im Sächsischen Landtag und Matthias Kubitz, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei. Der Eingang des Büros wurde während der Diskussionsrunde von 20 bis 25 Neonazis blockiert. Teilnehmer mussten der Veranstaltung deshalb zunächst fernbleiben. Die Polizei löste die Gruppe schließlich auf.

26. April Dresden
Der sächsische Innenminister Albrecht Buttolo hat heute die rechtsextreme Kameradschaft „Sturm 34″ verboten. Wie das sächsische Innenministerium mitteilte, wurde das Verbot auf Grundlage des Vereinsgesetzes ausgesprochen.

26. April 2007 Mittweida
Gegen vier Mitglieder der seit dem 26.04.2007 verbotenen Kameradschaft „Sturm 34“ ist gestern Abend Anzeige wegen Verstoßes gegen das Vereinsgesetz erstattet worden. Die jungen Männer im Alter von 19, 19, 21 und 23 Jahren hatten sich am Donnerstagabend, kurz vor 21.00 Uhr, auf der Weberstraße versammelt. Damit verstießen sie gegen die ihnen am Vortag übermittelte Verbotsverfügung. Die Männer wurden vorläufig festgenommen. Nach Ende der polizeilichen Maßnahmen sind sie heute Morgen aus der Dienststelle entlassen worden. Drei anderen Personen, die sich ebenfalls dort aufhielten, sprachen Polizeibeamte Platzverweise aus, denen sie nachkamen.

27. April 2007 Mittweida
Polizeibeamte stellten bei einer Streife am Freitagabend gegen 20.15 Uhr auf dem Netto-Parkplatz an der Burgstädter Straße sechs Personen fest, von denen zwei gegen die ihnen am 26.04.2007 übermittelte Verbotsverfügung der Kameradschaft „Sturm 34″ verstießen. Beide wurden in Polizeigewahrsam genommen und am Samstagmorgen zeitlich getrennt aus der Polizeidienststelle entlassen. Gegen vier andere Personen wurden Platzverweise ausgesprochen.

04. Mai 2007 Geringswalde
Am Nachmittag wird ein Jungendlicher von zwei Nazis auf der Hauptstraße mit einer vollen Bierflasche verletzt, diese wurde ihm einfach auf dem Kopf zerschlagen. Blutüberströmt und mit mehreren Schnittwunden am Kopf konnte er flüchten und rief den Krankenwagen und die Polizei.

05. Mai 2007 Rochlitz
Offensichtliche SympathisantInnen des verbotenen Sturm 34 haben in der Nacht zum 6. Mai augenscheinlich versucht, einen ihrer Kameraden aus dem Polizeigewahrsam freizupressen.
Am Abend beschwerten sich AnwohnerInnen aus der Lindenstraße über Party-Lärm. Bei einer daraufhin erfolgenden Polizei-Kontrolle widersetzte sich vor Ort ein „aggressiver und pöbelnder 16-Jähriger“ den Beamten, die ihn daraufhin mit zur Polizei-Wache nahmen. Kurze Zeit später marschierten fünf junge Frauen und Männer im Alter von 17 bis 23 Jahren vor dem Polizei-Revier auf. Dort blockierten sie zunächst die Einfahrt und versuchten auf das Gelände der Wache vorzudringen. Schließlich in den Räumen der Wache selbst verlangten sie hartnäckig die umgehende ‚Freilassung‘ ihres Freundes – und wollten das Haus auch nicht mehr verlassen. Wegen Nichtbefolgen der daraufhin gegen sie ausgesprochenen Platzverweise wurde die gesamte Gruppe in Polizeigewahrsam genommen. Mit Anzeigen wegen Ruhestörung konnten sich die sechs Jugendlichen am Sonntag Morgen wieder vom Polizei-Revier entfernen.
Die Jugendlichen sollen zwar nicht zum „harten Kern“ der am 26. April vom sächsischen Innenminister Albrecht Buttolo (CDU) verbotenen rechtsmilitanten Kameradschaft Sturm 34, aber zum weiteren Umfeld gehören.

07. Mai 2007 Burgstädt
Unbekannte schmierten zwei Hakenkreuze und einen Schriftzug mit weißer Farbe auf die Wände eines Schuppens auf der Wittgensdorfer Straße. Die Polizei ermittelt wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

12. Mai 2007 Mittweida
Etwa 1500 DemonstrantInnen beteiligen sich an einer überregionalen Bündnisdemonstration unter dem Motto: Naziterror stoppen – alternative Freiräume schaffen! Die Beteiligung von Mittweidaer BürgerInnen ist dabei eher gering. Der Hauptgrund dafür ist sicherlich die Diffamierungs- und Kriminalisierungskampagne einiger lokaler PolitikerInnen. Am Abend des 12. Mai stellten Polizeibeamte 22.00 Uhr zudem auf dem Tzschirnerplatz eine Ansammlung von 13 Personen fest, von denen sieben der verbotenen Kameradschaft „Sturm 34″ zugeordnet werden. Gegen zwei Frauen und fünf Männer, welche die Nacht im Polizeigewahrsam in Chemnitz verbrachten, wird von Amts wegen Anzeige wegen Verstoßes gegen das Vereinsgesetz erstattet. Den anderen sechs Personen sprachen die Beamten Platzverweise aus, denen nachgekommen wurde.

17. Mai 2007 Rochlitz
Gegen 18 Uhr stürmten 5-6, stark unter Drogen stehende Männer, die alle der regionalen Naziszene zugeordnet wurden, die „Alte Schmiede“ in Rochlitz. Dort hielten sich zu diesem Zeitpunkt einige junge BesucherInnen auf, welche von der Attacke völlig überrascht waren. Die Angreifer prügelten sofort auf die anwesenden Personen ein. Eine Person wurde eine Bierflasche auf den Kopf geschlagen. Die angegriffenen konnten sich schließlich in die „Szene“ (einem nahe gelegenen Jugendtreff) retten. Dort verbarrikadierten sie sich gemeinsam mit den anwesenden Jugendlichen im Objekt. Die Angreifer versuchten nun auch in diesen Club einzudringen. Mit einem Fahrradständer wurden mehrere Scheiben beschädigt. Zeitgleich traf die Polizei ein. Laut Augenzeugenberichten sind die Angreifer nach einer Personalienfeststellung mit einem Taxi weggefahren. Auf Nachfragen, ob das alles sei, werden die betroffenen Jugendlichen von den BeamtInnen weggeschickt. Anzeigen wurden erstattet, der Verfassungsschutz soll bereits ermitteln.

17. Mai 2007 Burgstädt
In Burgstädt rotteten sich am Abend mehr als 50, überwiegend alkoholisierte Nazis zusammen. Nachdem sie den Auseinandersetzungen untereinander überdrüssig geworden waren, griffen sie wahllos eine Gruppe Jugendlicher an. Anschließend lieferten sie sich eine Straßenschlacht mit einer Hundertschaft der Polizei. Augenzeugen bot sich am nächsten Morgen ein Bild der Verwüstung: Blutlachen, zerfledderte Nazitransparente, zerschlagene Fensterscheiben und Glassplitter.

17. Mai 2007 Mittweida/OT Frankenau
Zwei maskierte Nazis, die mit Totschlägern und Holzstöcken bewaffnetet waren bedrohen Jugendliche am Jugendclub in Frankenau. Aussage eines der AngreiferInnen: „Wir mischen jetzt den Jugendclub auf“. Allerdings kommt es zu keiner Auseinandersetzung und die beiden Angreifer ziehen nach kurzer Zeit wieder ab.

19. Mai 2007 Mittweida/OT Schönborn-Dreiwerden
Nach unbestätigten Informationen wurde ein Jugendlicher von Nazis mit zwei PKW verfolgt. Es wird von einer regelrechten Verfolgungsjagd berichtet.

18. Mai 2007 Rochlitz
Als Reaktion auf die zwei Naziübergriffe am 17. Mai zogen am Abend etwa 50 junge AntifaschistInnen in einer spontanen Demonstration durch Rochlitz. Bericht hier. Neben Nazi-Provokation am Rande der Demonstration folgte in der Nacht eine Transpaaktion. Gegen 1 Uhr hingen an vier verschiedenen Stellen in Rochlitz Transparente mit der Aufschrift: „Linken Terror stoppen“, „Keine Reue gegen Rechts“, „Antifa nein Danke“. Zudem soll die Polizei den zumeist jugendlichen DemonstrantInnen gedroht haben, künftige Spontandemonstrationen aufzulösen. Laut Versammlungsgesetz hat die Polizei dazu keinerlei rechtliche Grundlage. Die Drohung korreliert aber wieder einmal mit der Handlungsunwilligkeit der Polizei gegenüber dem Naziterror der Region.

19. Mai 2007 Colditz (Muldentalkreis)
Etwa 20-30 vermummte Nazis griffen ein von jungen Menschen organisiertes Konzert an. Die vermummte Gruppe versammelte sich in mehreren Nebenstraßen und drang plötzlich zu der Halle vor, in welcher die Veranstaltung stattfand. Während des Angriffes konnten die KonzertbesucherInnen ins Objekt flüchten und sich dort verbarrikadieren. Den Nazis gelang es deshalb nicht in das Objekt vorzudringen, dafür entglasten sie aber die gesamte Halle. Außerdem warfen sie mit faulen Eiern. Die KonzertbesucherInnen begannen sich schließlich zur Wehr zu setzen und schlugen die Nazis in die Flucht. Die ankommende Polizei konnte noch einen der AngreiferInnen festnehmen. Laut AugenzeugInnenberichten waren neben Nazis aus Colditz auch bekannte Nazis aus dem Landkreis Mittweida am Überfall beteiligt.

01. Juni 2007 Bockwitz (Muldentalkreis)
Für den 02. Juni planten mehrere Jugendliche eine private Party, die mit Anti-Nazi-Symbolik beworben wurde. Im Laufe der Woche mehrten sich Gerüchte, dass diese Veranstaltung von Nazis überfallen werden sollte. Am Abend wurde für die Veranstaltung ein Bauwagen aufgebaut, welcher einige Stunden später in Flammen stand. Die ermittelnden Behörden gehen von Brandstiftung aus.

01. Juni 2007 Rochlitz
Auch gut fünf Wochen nach dem Verbot der militanten Kameradschaft Sturm 34 reißt im Landkreis Mittweida die latente Missachtung des Vereinsgesetzes durch die Nazi-Szene nicht ab. Wiederum wurden vier mutmaßliche Sturm 34-Mitglieder in Gewahrsam genommen.
So erfolgte in Rochlitz die vorübergehende Festnahme von vier 18- bis 21-Jährigen, die den Strukturen des Sturm 34 zugeordnet werden und die sich augenscheinlich als Gruppe gemeinsam im öffentlichen Verkehrsraum aufhielten. Gegen einen der vier mutmaßlichen Mitglieder der verbotenen Gruppierung wurde bereits davor schon „wegen mehrerer Delikte“ ermittelt.
Besagtem 19-Jährigen aus Rochlitz wird unter anderem vorgeworfen, Ende Mai vor einem örtlichen Einkaufszentrum auf einen 18-Jährigen eingeschlagen und eingetreten zu haben. Gegen den Beschuldigten erging am 2. Juni Haftbefehl, er wurde in Untersuchungshaft genommen.
Alle vier jungen Männer erhielten zudem eine Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Vereinsgesetz.

12. Juni 2007 Hainichen
Urteilsverkündung im ersten Prozess gegen die Kameradschaft „Sturm 34″: Sechs mutmaßliche MitgliederInnen der inzwischen verbotenen Neonazi-Kameradschaft „Sturm 34″ im Alter von 19 bis 21 Jahren wurden wegen verschiedener Straftaten mit neonazistischem Hintergrund für schuldig gesprochen. Der Hauptangeklagte Tom Woost erhielt eine neunmonatige Haftstrafe, die das Gericht für zwei Jahre zur Bewährung aussetzte. Die übrigen Angeklagten wurden zu Geldstrafen beziehungsweise zu gemeinnütziger Arbeit verurteilt.

14. Juni 2007 Dresden
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Dresden ist der mutmaßliche Rädelsführer von „Sturm 34″, Tom Woost auch für den Überfall auf das Café Courage in Döbeln, im Februar 2007 verantwortlich. Unter anderem deshalb wurde jetzt der Haftbefehl gegen den 19-Jährigen vom Amtsgericht in Chemnitz erweitert.
Oberstaatsanwalt Jürgen Schär rechnet damit, dass in den nächsten Tagen Anklage gegen Tom Woost und weitere Mitglieder von „Sturm 34″ erhoben werden kann: „Die zuständige Staatsanwältin muss sie nur noch zu Papier bringen.“ Woost war erst am Dienstag in Hainichen zu einer neunmonatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt worden.

10. Juli 2007 Mittweida
Nach dem Verbot der Neonazi-Kameradschaft „Sturm 34″ scheint es zwar hinsichtlich gewaltsamer Ausschreitungen von Nazis in Mittweida ruhiger geworden zu sein. Dennoch ist das Problem nach wie vor präsent. Das zeigte sich am erst wieder am Abend des 10. Juli, als während eines Treffens des landkreisweiten „Bündnisses für Menschenwürde“ rechtsradikale Parolen auf dem Mittweidaer Tzschirnerplatz ertönten. Fünf Unruhestifter, darunter zwei Angehörige der verbotenen Kameradschaft „Sturm 34″, wurden des Platzes verwiesen. Gegen einen weiteren erging eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz.

12. Juli 2007 Mittweida
Gegen 21.00 Uhr werden von der Polizei gegen 9 Personen im Alter von 19 bis 26 Jahren Platzverweis ausgesprochen. Gegen drei Männer im Alter von 19, 20 und 22 Jahren, die der verbotenen rechtsextremistischen „Kameradschaft Sturm 34„ angehören, wurde Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Vereinsgesetz erstattet.

27. Juli 2007 Frankenberg
Seit gestern ermittelt der Staatsschutz in Frankenberg. In der Nacht hatten Unbekannte einen Asia-Verkaufswagen in Brand gesteckt und versucht, in einer Pizzeria Feuer zu legen. Die Kripo geht in beiden Fällen von Brandstiftung aus, „wobei ein Zusammenhang zwischen beiden Taten wahrscheinlich ist“, bestätigte Polizeisprecher Frank Fischer.

27. Juli 2007 Chemnitz
Gegen einen der Köpfe der rechtsextremistischen Kameradschaft „Sturm 34″ in Mittweida, Tom W., ist Anklage erhoben worden. Wie der Chemnitzer Oberstaatsanwalt Bernd Vogel gestern mitteilte, werden W. gefährliche Körperverletzung in mehreren Fällen, Anstiftung zu gefährlicher Körperverletzung, das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen sowie Nötigung und Beleidigung zur Last gelegt. Nach Angaben Vogels hat W. nun zwei Wochen Gelegenheit, dazu Stellung zu nehmen. Dann entscheide das Gericht, ob es die Anklage zulässt und setze einen Termin für die Verhandlung fest. Gegen W. wird zudem wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung – dem „Sturm 34″ – ermittelt. Wann in dieser Sache vor der Staatsschutzkammer Dresden Anklage erhoben wird, ist noch immer unklar.

24. August 2007 Geringswalde
Zivilbeamte der Chemnitzer Kriminalpolizei stellen in der Nacht in Geringswalde neun Personen fest, die mit PKW im Stadtgebiet unterwegs sind. Bei der Fahrzeugkontrolle stellt sich heraus, dass von diesen neun Personen fünf der verbotenen Gruppierung „Sturm 34″ angehören. Es handelte sich um eine Frau (19) und vier Männer (17, 19, 2 × 20). Die Frau und drei der Männer werden in Gewahrsam genommen.

30. August 2007 Burgstädt
Das Büro des Ortsverbandes „Die Linkspartei.“ in Burgstädt und umliegende Schaufenster werden mit Nazi-Aufkleber beklebt.

14. September 2007 Burgstädt
In der Nacht zum 15.09. werden im gesamten Stadtgebiet Nazisschmierereien gesprayt. So zwei Hakenkreuze (2 × 2 m) und dieSchriftzüge „Sieg Heil“ und „Wir kriegen euch alle!“ (14 × 1 m) an der Fassade des Netto-Marktes in der Bahnhofstraße. Vier in der Nähe aufgegriffene Männer (19, 20, 2×21; Angehörige der verbotenen Kameradschaft Sturm24) werden vorübergehend in Gewahrsam genommen. Gegen sie wird auch wegen Verstoßes gegen das Vereinsgesetz ermittelt. in der gleichen Nacht werden die Parole „Ruhm und Ehre der Waffen-SS“ (3 × 1 m) an die Fassade des Diska-Marktes in der Külzstraße und die Parole „Deutschland den Deutschen“, ein Hakenkreuz und eine SS-Rune (beide 1 × 1 m) an die Fassade eines Wohnhauses in der Siedlungsstraße gespayt. Der Staatsschutz ermittelt.

15. September 2007 Burgstädt/OT Schweizerthal
Auf einem Grundstück im Burgstädter Ortsteil Schweizerthal (Chemnitztalstraße) rufen auf einer Geburtstagsfeier mit zehn Personen gegen 22.15 Uhr mehrere Gäste „Sieg Heil!“ und filmen dies. Die Polizei sprach drei Personen Platzverweise aus und stellte Videomaterial und Tonträger sicher, bei denen der Verdacht verfassungswidrigen und volksverhetzenden Inhalts gegeben sei.

3. November 2007 Mittweida
Nazis haben an einem Supermarkt einer 17-Jährigen ein Hakenkreuz in die Hüfte geritzt. Die Frau war zuvor einer Sechsjährigen zu Hilfe gekommen, die von den vier Männern drangsaliert wurde.
Ein mutmaßlicher Täter wurde bereits festgenommen, das Amtsgericht Chemnitz lehnte es bislang jedoch ab, einen Haftbefehl gegen ihn zu erlassen. Begründung: Der Tatverdacht gegen den 19-Jährigen sei nicht ausreichend nachweisbar.
Nach den Erkenntnissen der Ermittler hatten die vier TäterInnen die 17-Jährige zu Boden geworfen, nachdem die junge Frau sie aufgefordert hatte, das sechsjährige Mädchen in Ruhe zu lassen. Während drei der Männer die Jugendliche festhielten, schnitt der vierte Täter ihr mit einem skalpellähnlichen Gegenstand das Hakenkreuz in die Hüfte. Zudem versuchte er, der jungen Frau eine Rune in die Wange zu stechen. Dies sei jedoch wegen der heftigen Gegenwehr der 17-Jährigen gescheitert.

Nach Angaben der Betroffenen müssen zahlreiche Menschen, die sich auf den Balkons der umliegenden Häuser aufhielten, den Überfall mitverfolgt haben.
Beamten des Staatsschutzes gelang es, das kleine Mädchen ausfindig zu machen, die von den Tätern zunächst angegriffen worden war. Das Kind habe die Aussagen der jungen Frau mittlerweile bestätigt.

8. Dezember 2007 Mittweida
Am Samstag, dem 8. Dezember, fand gegen 16.00 Uhr in der Innenstadt von Mittweida eine unangemeldete Demonstration von etwa 200 Personen aus der rechten Szene statt. Sie waren zuvor offenbar mit etwa 50 Pkws aus Bautzen angereist, wo eine geplante Nazidemonstration verboten worden war. Die Exekutivorgane hatten im Vorfeld beobachtet, wie mehrere Nazis die Autobahn in Hainichen verlassen hatten und Richtung Mittweida fuhren.
Die Nazis zogen vom Parkplatz eines Einkaufsmarktes zum Markplatz, auf dem gerade der Weihnachtsmark stattfand, anschließend durch Teile der Innenstadt und zurück zu ihrem Ausgangspunkt. Danach verließen sie mit ihren Pkws die Stadt in verschiedene Richtungen. Während der Demonstration trugen die TeilnehmerInnen verschiedene Transparente mit Losungen wie: „Gegen Linksfaschismus“ und: „Freiheit statt BRD – nationale Sozialisten“ bei sich und riefen neofaschistische Parolen.

Der um 16.00 Uhr vorgesehene Beginn einer Bergparade wurde um eine halbe Stunde verschoben und konnte dann ohne weitere Störungen stattfinden. Die Innenstadt war wegen dieser Veranstaltung zum Zeitpunkt der Demonstration sehr stark frequentiert. Ermittlungen durch die Kriminalpolizei halten noch an.

21. Dezember 2007 Mittweida
Am Abend des 21. Dezembers hat die Polizei ein erneutes Nazitreffen in Mittweida verhindern können. Es soll sich nach Aussagen der Pressestelle der Polizei um eine Zusammenkunft der verbotenen Neonazi-Kameradschaft „Sturm 34“ gehandelt haben. BeamtInnen der Polizeidirektion Chemnitz-Erzgebirge hätten mit KollegInnen der Bundespolizei aus Sachsen und Thüringen im Vorfeld Kontrollstellen an den Einfallstraßen nach Mittweida eingerichtet. 13 vermutliche MitgliedInnener der verbotenen Gruppe sind wegen Verstoßes gegen das Vereinigungsverbot in Gewahrsam genommen worden. Gegen weitere 59 Personen wurden Platzverweise ausgesprochen.

26. Dezember 2007 Mittweida OT Frankenau
Im örtlichen Jugendclub kommt es über die Weihnachtsfeiertage erneut zu einem Übergriff von Nazis.

2008

01. Januar 2008 – Geringswalde
Mehrere Rechtsextreme schlagen u.a. mit einem Knüppel auf einen Jugendlichen ein, der in einer Gruppe mit Freunden unterwegs ist. Er ist mehrere Minuten bewusstlos und erleidet Prellungen. Die Angreifer waren nicht vermummt und sollen bekannt sein. Die Polizei erscheint erst nach dem zweiten Notruf, nachdem die Angegriffenen im ersten Notruftelefonat nicht ernst genommen worden sind. Der Verletzte wird im Krankenhaus ärztlich versorgt.

13.Januar 2008 – Frankenberg
Nazis haben eine Gedenktafel für einen 1945 ermordeten kanadischen Piloten geschändet. Die Tafel ist mit zahlreichen Nazi-Aufklebern mit der Parole „Ehre wem Ehre gebührt – Im Gedenken an die deutschen Gefallenen. Nationale Sozialisten Chemnitz“ beklebt worden.

24. Januar 2008 Mittweida
Eine antifaschistische Konferenz, die am 26./27.01. 2008 in der sächsischen Kleinstadt stattfinden soll, ist abgesagt worden. Bürgermeister Damm, der wohl Angst vor einem negativen Image hat, übt offenbar Druck auf die Vermieter der Lokalität aus, in der die Veranstaltung stattfinden soll.

Im braunen Mittweida streiten derzeit Kommunalpolitiker und linke Gruppen über die richtige Strategie im Kampf gegen Rechts. Ein für kommenden Samstag geplanter „Antifaschistischer Ratschlag“, zu dem etwa 150 Teilnehmer erwartet werden, ist nach politischem Druck von Bürgermeister Matthias Damm (CDU) abgesagt worden. Bei der von verschiedenen Organisationen und der Partei Die Linke in Sachsen organisierten Veranstaltung sollen in Vorträgen und Workshops Möglichkeiten diskutiert werden, wie vor Ort gegen neofaschistische Aktivitäten vorgegangen werden könnte.

In einem Brief hatte Damm die Initiatoren gebeten, auf die Konferenz zu verzichten: „Wir sehen in dieser Veranstaltung eine Gefahr, daß dadurch die Situation in Mittweida eskaliert und die daraus resultierende Medienberichterstattung mit negativer Außenwirkung zunimmt“, heißt es in dem Schreiben. Das Papier ist, abgesehen von den Vertretern der Linkspartei, von sämtlichen Stadträten unterzeichnet worden. Nach Angaben von Mitorganisator Volkmar Wölk habe der Bürgermeister zudem auf den Vermieter des geplanten Veranstaltungsortes eingewirkt. Dieser kündigt daraufhin den Mietvertrag.
(Quelle: Junge Welt)

16. Februar 2008 – Geringswalde
Fünf Jugendliche aus Geringswalde, die mit einem PKW unterwegs sind, werden von mehreren Fahrzeugen auf der B 176 hinter Colditz am Abzweig Erlbach verfolgt und ausgebremst. Danach stiegen vier vermummte Männer aus einem Fahrzeug, die mit Baseballschlägern den PKW demolierten, dabei immer wieder versuchten, die Türen zu öffnen. Den jungen Leuten gelang die Flucht. Die herbeigerufene Polizei kam ihnen bereits entgegen. Die Täter, die vermutlich dem Umfeld der verbotenen Kameradschaft Sturm 34 stammen, konnten flüchten. Der Staatsschutz ermittelt. Die Betroffenen bleiben äußerlich unversehrt.

22. Februar 2008 – Frankenberg
Die Fensterscheibe eines Lokals, die Wände des Gebäudes und der Geheweg davor werden mit Hakenkreuzen und SS-Runen beschmiert.

23. Februar 2008 – Colditz (Muldentalkreis)
Zahlreiche Personen aus dem direkten Umfeld der verbotenen Kameradschaft Sturm 34 beteiligen sich an Randalen in der Stadt Colditz. An einem Dönergeschäft werden die Schaufensterscheiben eingeworfen, ebenso an einem Elektrofachgeschäft. In eine darüber liegende Wohnung und an einen Treffpunkt alternativer Jugendlicher fliegen Brandsätze. Außerdem werden die Fenster einer Wohnung eingeworfen. Augenzeug_innen zufolge soll es sich um eine 100 Personen starke Nazigruppe gehandelt haben. Die Polizei war vor Ort, griff aber zunächst nicht ein. Als die herbeigerufene Verstärkung eintraf, waren die meisten Nazis bereits über alle Berge. Die Polizei spricht von einigen Personenkontrollen. Der Staatsschutz ermittelt.

25. Februar 2008 – Rochlitz
Erneut sind Nazischmierereien in der Stadt aufgetaucht.

15. Februar 2008 – Mittweida/Hainichen
Das Rathaus von Mittweida wird mit Hakenkreuzen und SS-Runen besprüht.
Auch am Amtsgericht Hainichen werden aufgesprühte verfassungsfeindliche Parolen entdeckt, die einen Bezug zum Prozess gegen einen Rädeslführer der verbotenen Kameradschaft Sturm 34 aufweisen.

03.März 2008 – Burgstädt
In der Nacht wurde eine Fensterscheibe des BürgerInnenbüros der Linkspartei zerstört. Anzeige gegen Unbekannt wurde erstattet.

04. März 2008 – Mittweida
Die Polizei berichtet, dass am vergangenen Wochenende die Fassade des Beruflichen Schulzentrums in der Niedergasse mit einem 40 cm x 40 cm großen Hakenkreuz und dem Kürzel „S34″ beschmiert wurde. Der Sachschaden beträgt ca. 5000€. Auch das Trafo-Haus am Tzschirnerplatz war wieder Ziel von Schmierereien. Hier war neben einer Diffarmierung einer Person, auch „Sturm 34 ist cool“ und „S34″ zu lesen. Auch hier entstanden mehrere hundert Euro Schaden. Die Schmierereien wurden über das gerade am Trafo-Haus entstehende Projekt „Bunt statt braun“ gesprüht. Es wird davon ausgegangen, dass es sich in beiden Fällen um die selben TäterInnen handelt. Die Ermittlungen wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Sachbeschädigung wurde aufgenommen.
Die „Freie Presse“ berichtet zudem, dass auch eine Schautafel der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde (Sitz CVJM) am Tzschirnerplatz mit der Abkürzung „S34″ besprüht wurde. Ein gegenüber liegendes Firmengebäude wurde mit einem Hakenkreuz und dem Schriftzug „SS und SA“ verunstaltet.

02. April 2008 – Chemnitz
Am 10. April soll der Prozess gegen die Kameradschaft „Sturm 34″ vor der Staatsschutzkammer des Dresdner Landgerichts beginnen. Ein Informant des sächsischen Staatsschutzes muss sich in diesem Prozess gegen führende Mitglieder der verbotenen Neonazi-Kameradschaft „Sturm 34″ verantworten. Das berichtete die in Chemnitz erscheinende „Freie Presse“. Welche Auswirkungen die Beteiligung des V-Mannes auf den Verlauf des Prozesses haben wird, sei derzeit nicht absehbar.
Am Donnerstag, den 03. Aril wird sich der Innenausschuss des Landtages mit der brisanten Angelegenheit beschäftigen. Nach Informationen der „Freien Presse“ war der Staatsschutz-Informant bereits Monate vor der Gründung der Kameradschaft im März 2006 im Einsatz. Er wurde erst im Juli 2006 enttarnt und ins Zeugenschutzprogramm aufgenommen. Kurz nach seiner Enttarnung gab es die erste große Razzia in Mittweida.
Sachsens Innenministerium hatte die Gruppierung vor einem Jahr verboten.

15. April 2008 – Taura (Burgstädt)
Zwei junge Männer sind am 14. April gegen Abend von vier Personen bedroht und verletzt worden. Wie die Polizei mitteilte, haben die beiden Opfer ihr Auto vor einem Mehrfamilienhaus entladen, als ein Opel neben ihnen stoppte und vier Männer ausstiegen. Einer der Täter schlug mit einer Taschenlampe zu. Anschließend fuhr die Gruppe davon, kehrte jedoch zurück und bedrohte den Hauseigentümer des Mehrfamilienhauses. Die Polizei konnte die Vier wenig später stellen. Gegen sie wurde Anzeige wegen Körperverletzung, Bedrohung und Verstoßes gegen das Vereinsgesetz erstattet, da die Tatverdächtigen laut Polizei der verbotenen Kameradschaft „Sturm 34″ zuzurechnen sind und sie sich trotz Verbotsverfügung trafen. Sie wurden vorübergehend in Gewahrsam genommen.

21. April 2008 – Burgstädt
Um auf die Zunahme neonazistischer Aktivitäten in Burgstädt und Umgebung aufmerksam zu machen, demonstrierten am 21. April in Burgstädt etwa 120 Antifaschist_innen.

23. April 2008 – Frankenberg
An einem Einkaufsmarkt an der Äußeren Chemnitzer Straße sind in der Nacht zum 23. April Schmierereien gesprüht worden. Es handelt sich um zwei fast einen Meter große SS-Runen und ein Hakenkreuz, sowie einen Schriftzug.

24. April 2008 – Mittweida
Die Polizei hat ein Treffen der verbotenen Neonazi-Organisation Sturm 34 in Mittweida aufgelöst. Eine Anruferin hatte die Beamten informiert, dass sich rund 30 Männer und Frauen auf einem Parkplatz vor einem Supermarkt versammelt hatten, so teilte die Polizeidirektion Chemnitz mit. Vor Ort stellten die Polizisten die Personalien von 16 Personen fest, sieben waren Mitglieder der Organisation. Sie erhielten eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Vereinsgesetz. Alle Personen erhielten einen Platzverweis.

28. April 2008 – Mittweida
Die Polizei hat am Montagabend in Mittweida erneut ein Treffen von Anhängern der verbotenen rechtsextremen Kameradschaft „Sturm 34″ aufgelöst. Von den zwölf Personen, die sich auf dem Parkplatz eines Einkaufmarktes versammelt hatten, gehörten jeweils drei Männer und Frauen im Alter von 17 bis 21 Jahren der verbotenen Gruppierung an, wie die Polizei mitteilte. Gegen sie sei Anzeige wegen Verstoßes gegen das Vereinsgesetz erstattet worden. Allen Personen wurde ein Platzverweis ausgesprochen.

10.05. 2008 – Mittweida, Burgstädt, Rochlitz
In der Nacht zum 10. Mai werden nahezu zeitgleich die Fensterfronten der drei Geschäftsstellen der Linkspartei in Mittweida, Rochlitz und Burgstädt zerstört.

11.05. 2008 – Mittweida
Alternative Jugendliche werden von zwei Wagen verfolgt, die versuchen, ihren PKW von der Straße abzudrängen. Die Täter flüchten wegen der nahenden Polizei. Eine Anzeige wurde erstattet.

12.05. 2008 – Geringswalde
In der Nacht zum Pfingstmontag ist ein alternativer Jugendlicher das Opfer eines Angriffs geworden. Er wurde in seiner Wohnung überfallen. Die Täter warfen die Fensterscheiben ein und zertrümmerten die Türen. Täter und Fahrzeuge konnten eindeutig identifiziert werden.

13.05. 2008 – Frankenberg (Landkreis Mittweida)
Anwohner informieren gegen 19.30 Uhr das Polizeirevier Mittweida, weil auf dem Spielplatz am Wiesenberg junge Leute Wehrmachtslieder grölen und „Sieg Heil-Rufe“ zu hören seien. Beim Eintreffen der Beamten hatten die jungen Männer den Spielplatz bereits verlassen. Auch eine Suche in der Umgebung blieb ohne Erfolg. Nach Angaben der Zeugen habe es sich um drei junge Männer gehandelt, die in Richtung Neubaugebiet gelaufen seien.

14.05.2008 – Rochlitz (Landkreis Mittweida)
Vermutlich die gleichen Täter_innen vom 11.Mai fahren mehrere Runden durch die Stadt und mustern die Schüler_innen mehrerer Schulen. Dabei werden einzelne Personen bedroht und beleidigt. Das Auto, mit dem sie unterwegs waren, wird u.a. mit den Ereignissen vom Pfingstwochenende in Verbindung gebracht, so wird von Augenzeug_innen berichtet.

19.05. 2008 – Mittweida
Unbekannte haben ein CDU-Wahlplakat auf dem Parkplatz Zimmerstraße mit einem 20 × 20 cm großen Hakenkreuz beschmiert. Auch ein am gleichen Ort aufgestellter Stadtplan wurde verunstaltet. Die Polizei ermittelt wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

21.05. 2008 – Mittweida
Erneut Razzia bei Mitgliedern von „Sturm 34“. Rund 20 Beamte der Sonderkommission Rechtsextremismus (Soko Rex) des Landeskriminalamtes und der Polizeidirektion Chemnitz-Erzgebirge haben Wohnungen der rechtsextremen Szene in der Region Mittweida durchsucht. Die Maßnahmen richteten sich unter anderem gegen das personelle Umfeld der verbotenen rechtsextremistischen Gruppierung „Sturm 34“, wie das Innenministerium in Dresden mitteilte. Hintergrund seien rechtsextremistische Gewaltstraftaten. Da der Einsatz am Mittag noch nicht beendet war, wollte die Behörde zunächst keine weiteren Angaben machen.

21.05. 2008 – Lunzenau (Landkreis Mittweida)
Es wird die Beschädigung einer Windkraftanlage an der Bundesstraße 175 zwischen Elsdorf und Obergräfenhain angezeigt. Unbekannte hatten versucht die Eingangstür des Windrades aufzubrechen. Diess gelang jedoch nicht. Der Rohrkörper der Anlage wurde mit dem Schriftzug „frei-sozial-national“ beschmiert. Insgesamt entstand an der Windkraftanlage ein Schaden von ca. 600 Euro.

25.05. 2008 – Mittweida
Unbekannte besprühten die rückwärtige Fassade eines Einkaufsmarktes mit verfassungswidrigen Symbolen. Auf insgesamt ca. 17 Metern Länge brachten die Täter Hakenkreuze und Sigrunen mit silberner Farbe an. In Orange, Grün und Blau wurden zudem Graffiti undefinierbaren Inhalts gesprüht. Der Aufwand zur Entfernung der Schmierereien wurde auf ca. 500 Euro geschätzt.

19.06. 2008 – Mittweida
Gegen 23.30 Uhr wurde die Polizei von AnwohnerInnen der Mittweidaer Straße verständigt, weil eine Gruppe von ca. 15 bis 20 jungen Leuten nazistische Parolen wie „Ausländer raus“, „SS, SS, es ist vorbei“ und „Deutscher Nationalsozialismus lebt“ gegrölt haben. Mehrere Streifenwagen kamen zum Einsatz. Von sechs Personen im Alter von 18 bis 22 Jahren wurden die Personalien festgestellt, ob die jungen Leute die Parolen riefen, wird derzeit geprüft. Die Polizei hat Anzeige (Verwenden verfassungsfeindlicher Symbole) aufgenommen, weitere Ermittlungen laufen.

28.06. 2008 – Burgstädt (Landkreis Mittweida)
Unbekannte Täter schlugen in der Nacht zum Samstag mit einem Pflasterstein eine Fensterscheibe und die Scheibe einer dahinter befindlichen Glastür des Bürgerbüros der Partei „Die Linke“ auf der Goethestraße ein. Der Schaden beziffert sich auf etwa 2 000 Euro. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

29.06. 2008 – Frankenberg (Landkreis Mittweida)
Unbekannte Täter schmierten am vergangenen Wochenende an zwei leerstehenden Häusern auf die Holzsicherungsplatten der Schaufenster am Baderberg/Badergasse mit schwarzem Stift mehrere zum Teil großformatige Hakenkreuze und Naziparolen. Die Polizei ermittelt wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

17.07.2008 – Rochlitz (Landkreis Mittweida)
Auf den alternativen Jugendtreff „Alte Schmiede“ wird ein Brandanschlag verübt. Gegen 22.30 Uhr, kurz nachdem die letzten BesucherInnen die „Schmiede“ verlassen haben, werden drei Autos in der Nähe des Objektes gesichtet. Als diese fluchtartig die Gegend verlassen, wird ein Brand an der „Schmiede“ entdeckt. Nur durch das schnelle Eingreifen von Besuchern eines benachbarten Jugendhauses kann ein Ausbreiten des Feuers verhindert werden. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen. Personen kamen nicht zu Schaden.
Mehrere Nazis dringen zudem in eine Wohnung ein und attackieren die BewohnerInnen. Gegen 23.45 Uhr klopfte es an die Wohnungstür eines Jugendlichen. Als dieser die Eingangstür öffnet, schlägt sofort eine Faust durch den Türspalt. Anschließend wird CS-Gas in die Wohnung gesprüht und die Tür eingetreten. Vier AngreiferInnen dringen in die Wohnung ein. Sie sind mit benagelten Zaunslatten bewaffnet und schlagen auf den 20-jährigen Bewohner ein, der dabei leicht verletzt wird. Vor dem Haus wurden weitere Personen gesichtet. Nur aufgrund der schnellen Reaktion der Anwesenden in der besagten Wohnung konnten die Angreifer schnellstmöglich herausgedrängt werden. Es wurden drei PKW´s bei der Flucht beobachtet. Anzeige wurde erstattet. Es entstand ein Schaden von ca. 200 Euro. Im Zuge der eingeleiteten Tatortbereichsfahndung konnten zwei PKW´s von der Polizei, an einer Tankstelle in Mittweida festgestellt und kontrolliert werden, mit denen die Tatverdächtigen offenbar unterwegs waren. Bei den Insassen handelte es sich um zwei junge Frauen, 16 und 19 Jahre, und um fünf Männer im Alter von 17, 18, 21 und 24 Jahren. Die sieben Tatverdächtigen wurden vorläufig festgenommen und befinden sich derzeit im Gewahrsam der Polizei. Bei der Durchsuchung der Personen stellten die Beamten bei einem der beiden 17-Jährigen eine Schreckschusspistole sicher. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Chemnitz und des Dezernates Staatsschutz der PD Chemnitz-Erzgebirge, die von der Soko Rex des LKA Sachsen unterstützt werden, dauern an.

19.07. 2008 – Geringswalde (Landkreis Mittweida)
Eine BürgerInneninitiative meldet einen Übergriff in der Dresdener Straße, dabei sollen 8-10 Nazis zwei alternative Jugendliche bedrängt haben. Ob es Verletzte gab, ist derzeit noch unklar. Allerdings wurde gesehen, wie mehrere Nazis auf einen der Jugendlichen eintraten. Danach skandierten die Rechtsextremisten „Sieg Heil“-Rufe und „Wir kriegen euch alle!“. Die Polizei konnte die Personalien der Nazis aufnehmen.

04. August 2008 – Frankenberg (Landkreis Mittweida)
In der Nacht schmieren unbekannte Neonazis 10 große Hakenkreuze, eine SS Rune sowie zwei rechtsextreme Parolen an eine Schule und eine Turnhalle in Frankenberg.

13. September 2008 – Erlau/OT Milkau (Landkreis Mittweida)
An das Gebäude der Grund- und Mittelschule in Milkau, auf der Schönfelder Straße, sprühen unbekannte Personen mit schwarzer Farbe drei Hakenkreuze und einige Schriftzüge. Auf fünf Bio-Mülltonnen hinterlassen die Täter jeweils die Zahl 8.

28. September 2008 – Burgstädt (Landkreis Mittweida)
Zum mittlerweile vierten Mal wird das Bürgerbüro der Linkspartei Ziel eines Anschlags.

08. November 2008 – Geringswalde (Landkreis Mittweida)
An einer rechstextremen Demostration unter dem Motto „Härtere Strafen für Kinderschänder“ nehmen ca. 85 Personen teil. Im Vorfeld nimmt die Polizei sechs Neonazis aufgrund des Mitführens von Waffen fest.

14. Dezember 2008 – Mittweida
Gegen 8.30 Uhr rufen zwei junge Männer und eine Frau verfassunsgwidrige Parolen mit nazistischen Hintergrund. Sie werden von der Polizei aufgegriffen.

Weihnachten 2008 – Mittweida, Geringswalde, Rochlitz
Auch in Mittweida und Geringswalde tauchen antisemitische Schmierereien „Stoppt Israel“ auf. In Mittweida waren die Sprüche auf einem Parkplatz nahe dem Marktplatz zu lesen und in Geringswalde wurde am Netto-Einkaufsmarkt gesprüht. In beiden Städten gab es noch weitere Aktionen. In Mittweida wurde in einer weiteren Schmiererei gegen eine antifaschistische Gruppe gehetzt und in Geringswalde gab es ein Aufkleberaktion gegen die Antifa. Dabei wurde zur Zerschlagung dieser Gruppe aufgerufen und für die nationalen Sozialisten, sowie eine nazistischee Internetseite geworben. Diese Plakate und Aufkleber finden sich auch an verschiedenen Stellen in Rochlitz.

2009

03.Januar 2009 – Geringswalde
Einem Jugendlichen wird von einem stadtbekannten Neonazi gedroht, dass er noch „dran“ sei. Der Jugendliche hatte zuvor eine Zeugenaussage in einem Gerichtsprozeß gegen den Nazi gemacht.

19. Januar 2009 – Frankenberg
Der Pfeiler einer Eisenbahnbrücke im Hammertal wird mit rechten Parolen sowie mit einem Hakenkreuz und einer Triskele beschmiert.

20. Januar 2009 – Burgstädt
In Burgstädt wird der Proberaum einer Punkband Ziel eines Brandanschlags von Neonazis. Der Proberaum brennt komplett aus. Darüber hinaus werden zwei Autos von linksgerichteten Jugendlichen zerstört.

28. Januar 2009 – Burgstädt
Eine Scheibe des Bürgerbüros der Partei „Die Linke“ wird mit zwei Betonpflastersteinen eingeworfen. Seit dem Frühjahr 2008 ist dies der sechste Angriff auf das Büro.




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