Archiv für Januar 2008

Aufruf zu dezentralen Aktionen gegen Naziaufmarsch in Döbeln

Infoticker:

27. Februar 2008:

Nach wie vor gehen wir davon aus, dass regionale Nazis versuchen werden, einen unangemeldeten Aufmarsch in der Region durchzuführen. Aus diesem Grund halten wir an unserer Mobilisierung fest. Haltet die Augen offen und lasst uns etwaige Pläne durchkreuzen.

Im Vorfeld zeigen regionale Nazistrukturen einen für unsere Region ungewohnten Aktionismus. So versuchte die Kindergartengruppe der so genannten Kameradschaft Striegis vergangenes Wochenende ein alternatives Konzert in der Region zu stören. Diese Kameradschaft tritt in den letzten Monaten verstärkt in der Roßweiner Region in Erscheinung. Es handelt sich um einen noch recht jungen Personenkreis, der in enger Verbindung zur Division Döbeln steht.
Da den Angreifer_innen bewusst war, dass sie während des Konzertes nicht unbedingt auf Gegenliebe stoßen, fand die ganze Aktion am frühen Abend statt.

31. Januar 2008:

Laut Lokalpresse ist der Termin für die Nazidemonstration bereits am 23. Januar 2008 von den Nazis abgesagt worden. Ob die angelaufene Mobi von regionalen Antifas oder der Streit um die Person des Anmelders die Ursache dafür ist, kann derzeit nur spekuliert werden.
Fakt ist, dass wir momentan an unserem Aufruf zu dezentralen Aktionen festhalten, bis genauere Informationen vorhanden sind.
Wir gehen außerdem davon aus, dass die Nazis eine unangemeldete Demonstration in Döbeln oder dem näheren Umland durchführen werden.

Das sagt die Lokalpresse:

Die Ende November 2007 im Landratsamt Döbeln angezeigte Versammlung „Gegen Antifa und Kapital – sozial geht nur national“ wurde am 23.1.08 vom Veranstalter abgemeldet. Geplant war ursprünglich eine Doppelversammlung, die in Döbeln und Rochlitz stattfinden sollte.

Regelmäßig mal hier vorbeischauen und über den aktuellen Stand informieren!


29. Januar 2008:

Für den 1. März 2008 mobilisieren lokale Neonazis zu einer Demonstration unter dem Motto: „Gegen Staat und Kapital – sozial geht nur national“ nach Döbeln.

Die regionale Verwaltungsbehörde hat es bislang nicht für notwendig erachtet, die Öffentlichkeit über dieses Vorhaben zu informieren – gleichwohl ihr der Termin schon seit längerem bekannt sein dürfte. Über Gründe für diese Desinformationspolitik kann derzeit nur spekuliert werden. Es ist möglich, dass sich Stadtverwaltung und Landratsamt so zurückhalten, da dieser Aufmarsch auf wackligen Füßen zu stehen scheint: Die regionale Naziszene ist offenbar organisatorisch nicht in der Lage, selbstständig eine Demonstration anzumelden. Deshalb hat sie sich entschieden auf einen Nazikader aus dem Norden zurückzugreifen. Es handelt sich um eine Person aus dem Dunstkreis der „Bürgerbewegung Aktion-Bremerhaven“. Dieser Mensch ist allerdings innerhalb der Naziszene recht umstritten. Kurz nach Veröffentlichung des Termins entbrannte deshalb auch ein Streit um den Anmelder. Bislang ist noch völlig unklar, ob der geplante Aufmarsch zum beabsichtigten Termin, eine Woche später, oder überhaupt stattfinden wird. Genauso unklar ist derzeit auch noch, ob an einer geplanten Doppeldemo in Mittweida und Döbeln festgehalten wird.
Wir haben uns entschlossen diesem Vorhaben entgegenzutreten. Deshalb mobilisieren wir zu dezentralen Aktionen gegen die Nazi-Demonstration. Wir werden Euch in den nächsten Wochen regelmäßig über den aktuellen Stand der Dinge informieren. Ab Ende Februar wird zudem eine Infostruktur bereitgestellt werden, die Euch mit den neuesten Informationen versorgen wird.

Unser Protest richtet sich zwar in erster Linie gegen den geplanten Naziaufmarsch. Nichtsdestoweniger wollen wir uns auch von einer tendenziell rechtsorientierten Mehrheitsgesellschaft abgrenzen. Der mehrheitsgesellschaftliche Diskurs bietet unserer Meinung nach ideale Anknüpfungspunkte für existierende Nazistrukturen. Er ist deshalb mitverantwortlich für die erstarkende Nazihegemonie in den ostdeutschen Provinzen.

Obgleich der Landkreis Döbeln statistisch nicht zu den sächsischen Problemzonen gehört, konnte sich in den letzten Jahren eine aktive Neonaziszene entwickeln. Neben den parteigebundenen Nazis des NPD-Kreisverbandes, der sich personell bis auf einzelne Ausnahmen aus Personen rekrutiert, welche in den benachbarten Landkreisen beheimatet sind – haben sich mittlerweile mehrere Gruppen formiert, die ihrem Auftreten nach am ehesten als freie Kameradschaften bezeichnet werden können und sich dem Spektrum der „Nationalen Sozialisten“ zugehörig fühlen.
Neben versprengten Resten der „Nationalen Sozialisten Leisnig/Gruppe Schober“ sind das die Döbelner Kameradschaft „Division Döbeln“, die „Freien Kräfte Jahnatal“ (aus der Region Ostrau) und die „Kameradschaft Striegis“. Das Antifa-Rechercheteam geht von etwas um die 30 organisierten Nazis im Landkreis aus. Es bestehen jedoch zahlreiche Kontakte ins nähere Umland. Wir rechnen derzeit mit etwa 100 Teilnehmer_innen, wobei wir aber schon recht hoch kalkuliert haben. Das sollte es aber um einiges leichter machen, dem braunen Spuk Einhalt zu gebieten.

Kein Naziaufmarsch in Döbeln!
Pferdebahnwagen zu Straßenblockaden!
Beteiligt Euch an dezentralen Aktionen gegen die geplante Nazi-Demonstration!

aktuelle Infos werden regelmäßig auf diesem Blog bekannt gegeben (mehr…)




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